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Jeden Griff zum Wasserhahn hinterfragen

Die aktuelle Schönwetterperiode hat das Weschnitztal weiterhin fest im Griff und erlösende Niederschläge sind nicht in Sicht. Es ist Hochsommer in Deutschland und der kann mitunter noch bis Mitte September andauern.

„Auch wenn die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser sowie die vorgeschriebene Brandreserve dank zahlreicher Quellen und Brunnen aktuell noch gesichert ist, so hat die langanhaltende Trockenheit bereits spürbare Auswirkungen auf das Grund- und Quellwasserdargebot vor Ort“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeindewerke. Um drastische Verbrauchsspitzen durch Gartenbewässerung, Poolfüllungen und andere Freizeitaktivitäten abdecken zu können, arbeiten Mensch und Technik derzeit auf Hochtouren.

Die fehlenden Niederschläge führen zu einer steten Verringerung der Quellschüttungen, die zur Trinkwassergewinnung dienen, bei einem gleichzeitig steigenden Wasserverbrauch. Und auch die Tiefbrunnen, die Wasser aus einer Tiefe von bis zu 12m fördern, laufen nahezu ganztägig, um den Wasserverbrauch in den Haushalten decken zu können.

Ursächlich für den Anstieg des Wasserverbrauchs ist eine Änderung des Verbraucherverhalten und damit auch des Wasserverbrauchs, so eine Mitteilung der kommunalen Wasserversorger im Weschnitztal.

Billigangebote für Pools in den Baumärkten und Discountern haben zu einer erheblichen Zunahme der Pools in den Grundstücken geführt. Aktuelle Luftbilder von Google oder anderen Anbietern zeigen in zahlreichen Grundstücken die als blaue Flächen erkennbaren Pools. Durchschnittlich benötigt ein derartiger Pool zwischen drei und fünfzehn Kubikmeter aufbereitetes Trinkwasser für eine Füllung. Kommen dann noch Fehler bei der Überwachung der Wasserchemie im Pool dazu, kommt es schnell zu einer Algenbildung, der Pool wird abgelassen und erneut befüllt.
Der Tagesverbrauch zum Beispiel in der Kerngemeinde Mörlenbach liegt üblicherweise im Sommer bei ca. 1.000 Kubikmetern. Vor dieser Zahl wird deutlich, was es bedeutet, wenn nur 30 Pools mit einem durchschnittlichen Fassungsvermögen von 10 Kubikmetern vor einem angekündigten heißen Wochenende befüllt werden.

Dazu kommen weitere sommerliche Wasserverbraucher wie eine aufwändige und intensive Gartenbewässerung, das Bewässern von Rasenflächen oder das samstägliche Auto waschen.

In der Summe dieser Trinkwassernutzungen stoßen die Wasserversorger des Weschnitztals an ihre Grenzen. Und da jede Kommune ihre eigene Wasserversorgung besitzt und es keine Möglichkeit des „Fremdbezugs“ aus dem Ried oder dem Bodenseegebiet gibt, ist das zur Verfügung stehende Wasserdargebot endlich, bei einem weiter steigenden Verbrauch irgendwann einfach nicht mehr vermehrbar.

„Niemandem etwas vermiesen“
Gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern zeigen sich die Mörlenbacher Wasserversorger verständnisvoll: „Der lang anhaltend intensive Hochsommer verleitet natürlich geradewegs dazu, sich beispielsweise mit einem Pool im eigenen Garten ein wenig Abkühlung zu verschaffen. Das möchten wir auch niemandem vermiesen.“ Dennoch sei gerade jetzt ein selbstkritisches Hinterfragen des eigenen Wasserverbrauchs höchst angebracht, denn mitunter sind an besonders heißen Tagen Mehrverbräuche von bis zu 75% gegenüber dem Jahresdurchschnitt zu verzeichnen.

Sensibilisieren statt maßregeln
Die Gemeindewerke schreiben: „Wir sind überzeugt, dass mit dem Engagement aller Beteiligten die Situation gemeistert werden kann und vertrauen hier auf das Verständnis der Bürger.“ Es geht der Gemeinde nicht darum, pauschal zu verbieten oder zu maßregeln. Vielmehr möchte man sensibilisieren und gemeinsam mit den Mitbürgern das Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig ein nachhaltiger Umgang mit dem kostbaren Gut Trinkwasser in Situationen wie dieser ist.

So sollte beispielsweise im gesamten Gemeindegebiet auf die wiederholte Befüllung von privaten Pools sowie intensives Bewässern des Rasens so lange verzichtet werden, wie die Hitzeperiode anhält. Auch wenn das gepflegte Grün braun werden sollte, erholt sich der Rasen innerhalb kürzester Zeit wieder von selbst.
Zugleich bitten die Wasserversorger in den Nachtstunden keine Bewässerungen oder Poolfüllungen vorzunehmen, da nur in den Nachtstunden mit ihren üblicherweise Verbrauchstiefwerten die Erkennung von Rohrnetzleckagen über die technischen Systeme der Wasserüberwachung möglich ist. Und jeder erkannte, geortete und reparierte Rohrbruch bedeutet mehr Trinkwasser für das Ortsnetz

Verbrauch niedrig halten
Wichtig sei: Jeder Griff zum Wasserhahn sollte in diesen Tagen bewusst geschehen und dessen Notwendigkeit hinterfragt werden. „Der Trinkwasserverbrauch zum Beispiel in Mörlenbach und all seinen Ortsteilen muss so gering wie möglich gehalten werden“, heißt es abschließend. Die Wasserversorgung der Gemeinde appelliert daher an ihre Bürger zum Schutz des Trinkwassers diese „Freizeitnutzung“ des aufbereiteten Trinkwassers zu überdenken.
Weitere Restriktionen seien zum gegenwärtigen Augenblick zwar nicht geplant, jedoch behält man sich die Möglichkeit situationsbedingter Reaktionen vor, sollten die Appelle wider Erwarten nicht ausreichend sein.


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